Samara Weaving als Emma Frost: Marvels X-Men-Reboot bekommt endlich Biss!
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Samara Weaving als Emma Frost – wenn sich diese Besetzung bestätigt, hat Marvel für seinen kommenden „X-Men“-Reboot eine verdammt interessante White Queen gefunden. Die „Ready or Not“-Darstellerin bringt schließlich genau das mit, was Emma Frost braucht: Eleganz, Gefahr und den Gesichtsausdruck einer Frau, die bereits weiß, wie das Gespräch endet.
Laut einem Bericht von Deadline soll sich Marvel Studios nach einer umfangreichen Suche für Samara Weaving entschieden haben. Eine offizielle Ankündigung des Studios steht allerdings noch aus. Deshalb gilt vorerst: sehr glaubwürdige Branchenmeldung – aber noch kein Foto von Kevin Feige, auf dem er feierlich einen weißen Pelzumhang überreicht.
Samara Weaving als Emma Frost ist eine verdammt gute Wahl
Emma Frost ist keine Figur, die man einfach mit blonden Haaren, einem weißen Kostüm und ein bisschen digitalem Diamantgefunkel erledigt. Sie muss gleichzeitig intelligent, arrogant, gefährlich, verletzlich und vollkommen davon überzeugt sein, dass sie der klügste Mensch im Raum ist.
Samara Weaving kann genau diese Mischung spielen. In „Ready or Not“ war sie zunächst die vermeintlich hilflose Braut und anschließend jene Person, die eine komplette reiche Familie daran erinnerte, dass Hochzeiten nicht zwingend friedlich enden müssen.
Auch in „Scream VI“, „Guns Akimbo“ und „Babylon“ zeigte sie, dass sie zwischen trockenem Humor, Wahnsinn, Glamour und blanker Gewalt wechseln kann, ohne dabei zu wirken, als habe jemand mitten im Film versehentlich die Schauspielerin ausgetauscht.
Emma Frost lebt ebenfalls von diesen Gegensätzen. Sie kann eine Schule leiten, einen Gegner telepathisch auseinandernehmen, einen Vorstand übernehmen und dabei aussehen, als wäre selbst die drohende Apokalypse nur ein lästiger Termin zwischen zwei Geschäftsessen.
Samara Weaving wirkt nicht nur äußerlich passend. Sie besitzt jene leicht unberechenbare Präsenz, die Emma Frost unbedingt braucht. Bei ihr weiß man nie ganz, ob sie gleich jemanden rettet, beleidigt oder mit einem Weinglas auf den nächsten Mutantenangriff wartet.
Wer ist Emma Frost eigentlich?
Emma Frost erschien erstmals 1980 in „Uncanny X-Men“ #129. Chris Claremont und John Byrne führten sie als White Queen des Hellfire Clubs ein – eine mächtige Telepathin, die den X-Men zunächst eindeutig nicht aus freundschaftlichen Gründen begegnete.
Im Laufe der Jahre entwickelte sich Emma jedoch von der klassischen Gegenspielerin zu einer der wichtigsten und interessantesten Figuren des gesamten X-Men-Universums. Sie wurde Lehrerin, Mentorin, Teammitglied und schließlich eine der politischen Führungspersönlichkeiten der Mutanten.
Ihre Fähigkeiten beschränken sich nicht auf Telepathie. Emma kann ihren Körper in eine organische Diamantform verwandeln, die sie nahezu unverwundbar macht. In diesem Zustand verliert sie jedoch den Zugriff auf ihre telepathischen Kräfte.
Das ist nicht nur ein hübscher visueller Effekt, sondern passt perfekt zur Figur: Emma schützt sich, indem sie buchstäblich hart und unangreifbar wird. Psychologen würden daraus vermutlich mehrere Sitzungen machen. Marvel macht daraus eine Actionszene.
Die bisherige Filmversion bekam viel zu wenig zu tun
Auf der großen Leinwand wurde Emma Frost zuletzt prominent von January Jones in „X-Men: Erste Entscheidung“ gespielt. Optisch passte das durchaus, aber die Figur blieb im Film deutlich blasser, als es ihre Comicvorlage verdient hätte.
Sie stand meist neben Sebastian Shaw, las gelegentlich Gedanken und verwandelte sich in Diamant. Das war funktional, aber ungefähr so, als würde man Batman für einen Film verpflichten und ihn anschließend ausschließlich das Batmobil einparken lassen.
Der neue Film hat nun die Chance, Emma Frost nicht nur als attraktive Telepathin im Hintergrund zu behandeln, sondern als das, was sie in den Comics längst ist: eine komplizierte Machtspielerin, deren Loyalität ständig zwischen persönlichem Ehrgeiz und echtem Schutzinstinkt schwankt.
Dieser X-Men-Reboot braucht endlich wieder echte Figuren
Die X-Men funktionieren nicht deshalb, weil Cyclops Laser aus den Augen schießt oder Wolverine Messer aus den Händen wachsen. Sie funktionieren, weil ihre Kräfte immer mit Persönlichkeit, Identität, Beziehungen und gesellschaftlichen Konflikten verbunden sind.
Im Kern waren die X-Men-Comics immer auch eine große, herrlich chaotische Seifenoper. Menschen verlieben sich in die falschen Personen, wechseln die Seiten, sterben, kehren zurück und stellen anschließend fest, dass während ihrer Abwesenheit wieder jemand mit ihrem Partner zusammen war.
Genau deshalb stimmt das bisher bekannte Kreativteam vorsichtig optimistisch. Regie führt Jake Schreier, der mit „Thunderbolts*“ bewiesen hat, dass er beschädigte Figuren und schwierige Gruppendynamiken interessanter findet als austauschbare Heldenposen.
Am Drehbuch arbeiten Lee Sung Jin, der Schöpfer von „Beef“, und Joanna Calo, die unter anderem an „The Bear“ und „Thunderbolts*“ beteiligt war. Das sind zumindest keine Namen, die nahelegen, dass der Film nur aus zwanzig Mutanten besteht, die sich vor einer grünen Wand gegenseitig farbige Strahlen ins Gesicht werfen.
Unsere Kritik zu einem weiteren kommenden Marvel-Neustart findet ihr hier: Spider-Man: Brand New Day – endlich wieder Spider-Man statt Multiversums-Hausaufgaben .
Was Samara Weaving als Emma Frost leisten muss
Die größte Gefahr besteht darin, Emma lediglich auf ihre bekanntesten Oberflächenmerkmale zu reduzieren: weißes Outfit, blonde Haare, Telepathie und ein Selbstbewusstsein, das vermutlich eine eigene Postleitzahl benötigt.
Eine gute Emma Frost muss aber auch zeigen, warum sie so geworden ist. Hinter ihrer Arroganz steckt eine Frau, die Kontrolle benötigt, weil sie sehr genau weiß, wie gefährlich Verletzlichkeit sein kann.
Sie darf unsympathisch sein. Sie darf manipulieren. Sie darf Entscheidungen treffen, bei denen Professor Xavier vermutlich sehr lange und bedeutungsvoll aus dem Fenster schaut. Gleichzeitig muss glaubwürdig bleiben, dass sie junge Mutanten mit aller Konsequenz beschützen würde.
Genau diese moralische Spannung könnte Samara Weaving hervorragend transportieren. Sie besitzt genug Charisma, um einen Raum zu beherrschen, und genug schwarzen Humor, damit Emma nicht wie eine wandelnde Motivationsrede über Mutantenrechte wirkt.
Noch kein Trailer, kein Starttermin und viele offene Rollen
Der neue „X-Men“-Film befindet sich noch in einer frühen Phase. Ein offizieller Titel, ein Kinostart oder erste Aufnahmen existieren bislang nicht. Entsprechend gibt es auch noch keinen Trailer, den man mit bedeutungsvoller Musik und drei Sekunden Wolverine-Kralle einbetten könnte.
Hinter den Kulissen soll die Besetzung der neuen Mutanten jedoch inzwischen deutlich Fahrt aufnehmen. Gerade Emma Frost habe laut Deadline eine besonders umfangreiche Suche ausgelöst.
Das ist nachvollziehbar. Die Rolle benötigt eine Schauspielerin, die nicht nur neben anderen X-Men funktioniert, sondern jederzeit glaubwürdig wirkt, als könne sie das gesamte Team übernehmen, umbenennen und anschließend die Schule steuerlich optimieren.
Unser Fazit
Samara Weaving als Emma Frost passt auf dem Papier hervorragend. Sie besitzt die Eleganz, den Humor und die kontrollierte Verrücktheit, die eine überzeugende White Queen benötigt.
Entscheidend wird nun sein, ob Marvel Emma tatsächlich als vielschichtige Figur behandelt oder sie wieder nur dekorativ neben den eigentlichen Hauptfiguren abstellt.
Emma Frost ist keine blonde Professor-X-Assistentin. Sie ist Manipulatorin, Lehrerin, Gegnerin, Verbündete und eine der faszinierendsten Persönlichkeiten der X-Men-Comics.
Gibt man Samara Weaving genau dieses Material, könnte der neue X-Men-Film bereits seine erste verdammt starke Besetzung gefunden haben. Und sollte es schiefgehen, wird Emma vermutlich einfach unsere Erinnerungen daran löschen. Praktisch.
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Quellen: Filmstarts , Deadline , Marvel und Gizmodo . Einordnung und Text: Comixdealer Magazin.
