Revival startet in Deutschland: Diese Horror-Comicserie ist viel mehr als nur neues „Walking Dead“-Futter
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Die Revival Serie Deutschland ist endlich Realität: Ab dem 20. August 2026 zeigt ProSieben Fun die zehnteilige erste Staffel der Mystery-Horrorserie als Deutschlandpremiere. Und als großer Fan der Comicvorlage sage ich ganz klar: Diese Serie sollte nicht als nächste billige „The Walking Dead“-Kopie zwischen den Streaming-Neustarts untergehen.
Ja, auch in „Revival“ kehren Tote zurück. Sie schlurfen allerdings nicht sabbernd durch die Landschaft und warten darauf, dass ihnen jemand einen Schraubenzieher ins Auge rammt. Die sogenannten Revivers sehen aus wie früher, erinnern sich an ihr Leben und kehren zu ihren Familien zurück. Was natürlich überhaupt nicht verstörend ist. Willkommen in Wisconsin.
Revival Serie Deutschland: Die Toten sind zurück – aber nicht als Zombies
Die Handlung spielt in Wausau, einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Wisconsin. Eigentlich ein beschaulicher Ort, bis eines Tages alle Menschen, die kürzlich gestorben sind, plötzlich wieder unter den Lebenden auftauchen.
Diese Rückkehrer werden als Revivers bezeichnet. Sie besitzen ihre Erinnerungen, ihre Persönlichkeit und sehen zunächst vollkommen normal aus. Sie sind keine klassischen Zombies, keine hirnlosen Monster und auch keine besonders engagierten Fans von menschlichem Frischfleisch.
Genau das macht die Ausgangslage so unangenehm. Was tut man, wenn ein verstorbener Ehepartner plötzlich wieder vor der Tür steht? Ist er noch derselbe Mensch? Hat er Rechte? Darf er sein altes Leben einfach wieder aufnehmen? Und sollte man wirklich gemeinsam frühstücken, wenn man bereits die Lebensversicherung ausgegeben hat?
Wausau wird unter Quarantäne gestellt. Medien, religiöse Fanatiker, Behörden und Wissenschaftler fallen über die Stadt her. Währenddessen müssen die Bewohner irgendwie mit Verstorbenen leben, die offenbar selbst noch nicht genau wissen, was sie jetzt eigentlich sind.
„Revival“ nutzt seine übernatürliche Prämisse deshalb nicht nur für Schocks und Gewalt. Die Geschichte handelt von Trauer, Schuld, Familie, Religion, gesellschaftlicher Angst und der Frage, ob der Tod überhaupt noch etwas bedeutet, wenn er plötzlich seine Kündigung eingereicht hat.
Melanie Scrofano ermittelt im Ausnahmezustand
Im Mittelpunkt steht die Polizistin Dana Cypress, gespielt von Melanie Scrofano. Viele Serienfans kennen sie als schlagfertige Titelheldin aus „Wynonna Earp“ oder aus „Star Trek: Strange New Worlds“.
Dana ist alleinerziehende Mutter und arbeitet für ihren Vater Wayne Cypress, den örtlichen Sheriff. Während die Stadt im Chaos versinkt, soll sie einen Mord aufklären. Das wäre bereits unter normalen Umständen unangenehm. In Wausau kommt allerdings noch die kleine Schwierigkeit hinzu, dass sowohl die Lebenden als auch die bereits Verstorbenen als Verdächtige infrage kommen.
Aus einem scheinbar überschaubaren Kriminalfall entwickelt sich eine Ermittlung mit sehr persönlichen Folgen. Dana muss nicht nur herausfinden, wer hinter dem Verbrechen steckt, sondern auch ihre Familie zusammenhalten – eine Familie, in der der Tod inzwischen ebenfalls überraschend schlechte Grenzen respektiert.
Zur Besetzung gehören außerdem Romy Weltman als Danas Schwester Martha „Em“ Cypress, David James Elliott als Sheriff Wayne Cypress und Andy McQueen als Dr. Ibrahim Ramin von der Gesundheitsbehörde.
Auch Phil Brooks ist dabei – besser bekannt als Wrestler CM Punk. Falls der übernatürliche Ausnahmezustand also irgendwann durch einen eingesprungenen Ellbogen beendet werden muss, hat die Produktion zumindest vorgesorgt.
„Revival“ funktioniert eher als Mischung aus Krimi, Mystery, Familiendrama und Horror. Die Rückkehr der Toten ist nicht das Ziel der Geschichte, sondern der Ausgangspunkt für immer neue Geheimnisse und Konflikte.
Die Comicvorlage gehört zu meinen großen Horror-Favoriten
Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Comic von Autor Tim Seeley und Zeichner Mike Norton. Die Reihe erschien ursprünglich zwischen 2012 und 2017 bei Image Comics und brachte es auf insgesamt 47 Ausgaben.
Und hier kann ich meine persönliche Begeisterung nicht besonders gut verstecken: Ich liebe diese Comicserie.
„Revival“ ist eine dieser Reihen, die mit einer starken Grundidee beginnen und anschließend tatsächlich wissen, was sie damit anfangen sollen. Tim Seeley kombiniert Kriminalfall, Body Horror, Kleinstadtdrama und übernatürliches Rätsel, ohne daraus einen unübersichtlichen Genre-Eintopf zu kochen.
Mike Norton verleiht Wausau gleichzeitig eine glaubwürdige, fast alltägliche Atmosphäre. Gerade deshalb wirken die grausamen und bizarren Momente so stark. Das Grauen lauert nicht in irgendeinem gotischen Schloss. Es sitzt in einer verschneiten Kleinstadt am Küchentisch und fragt, ob noch Kaffee da ist.
Image Comics bezeichnete die Reihe passend als „Farm Noir“. Das trifft den Ton hervorragend: verschneite Landschaften, Familiengeheimnisse, Mordermittlungen und eine ständig wachsende Ahnung, dass unter der friedlichen Oberfläche etwas ausgesprochen Fauliges liegt.
Die deutsche Ausgabe erschien bei Cross Cult, also genau bei jenem Verlag, der auch „The Walking Dead“ nach Deutschland brachte. Die acht deutschen Sammelbände sind inzwischen beim Verlag vergriffen, können aber mit etwas Glück noch im Handel oder antiquarisch gefunden werden.
Wer einen Band entdeckt, sollte deshalb nicht zu lange überlegen. Die Serie gehört für mich zu den stärksten modernen Horrorcomics und verdient deutlich mehr Aufmerksamkeit als die üblichen fünf Reihen, die bei jeder Genreempfehlung automatisch genannt werden.
Der offizielle Trailer zur Revival-Serie
Der offizielle Trailer zeigt bereits sehr gut, welche Richtung die Adaption einschlägt: Kleinstadtkrimi, düstere Familiengeschichte, verstörende Rückkehrer und gelegentlich deutlich mehr Blut, als der örtliche Tourismusverband vermutlich auf seinen Werbebroschüren vorgesehen hatte.
Revival ist keine Kopie von „The Walking Dead“
Der Vergleich mit „The Walking Dead“ ist natürlich praktisch. Beide Stoffe basieren auf Image-Comics, beide beschäftigen sich mit zurückgekehrten Toten und beide erzählen von Gemeinschaften unter extremem Druck.
Trotzdem funktionieren die Geschichten grundverschieden. Bei „The Walking Dead“ ist die alte Welt zusammengebrochen. Bei „Revival“ existiert sie noch – sie muss lediglich plötzlich akzeptieren, dass der Tod nicht mehr nach den vereinbarten Regeln arbeitet.
Es geht nicht primär ums Überleben in einer postapokalyptischen Welt. Es geht darum, wie eine bestehende Gesellschaft auf etwas Unmögliches reagiert. Behörden versuchen zu kontrollieren. Medien wollen Schlagzeilen. Religionen suchen Erklärungen. Familien hoffen auf ein Wunder – und merken anschließend, dass Wunder gelegentlich einen ausgesprochen unangenehmen Beigeschmack haben.
Dadurch erinnert „Revival“ stellenweise eher an „Fargo“, „Les Revenants“ und Stephen Kings Kleinstadtgeschichten. Das Grauen entsteht nicht nur durch Monster, sondern durch Menschen, ihre Geheimnisse und ihre Fähigkeit, selbst eine übernatürliche Katastrophe noch für persönliche Machtspiele zu verwenden.
Warum ich euch die Serie wirklich ans Herz lege
Die Revival Serie Deutschland ist für mich nicht einfach nur der nächste interessante Serienstart. Sie ist die Adaption einer Comicreihe, die ich seit Jahren großartig finde und die viel zu selten genannt wird, wenn über moderne Horrorklassiker gesprochen wird.
Die Serie besitzt eine starke Hauptdarstellerin, eine ungewöhnliche Ausgangslage und eine Vorlage, die weit mehr Material bietet als nur einen guten Pilotfilm. Die erste Staffel umfasst zehn Episoden und soll ihren ersten Handlungsbogen zumindest weitgehend abschließen.
Eine zweite Staffel wurde bislang nicht angekündigt. Das ist natürlich nicht ideal, aber immerhin soll man am Ende nicht mit dem Gefühl zurückbleiben, jemand habe mitten im Satz das Licht ausgeschaltet und das Writers’ Room abgeschlossen.
Wer auf düstere Mysterygeschichten, Kleinstadtgeheimnisse, Kriminalfälle und intelligenten Horror steht, sollte „Revival“ definitiv ausprobieren. Und wer anschließend wissen möchte, wie die Geschichte ursprünglich erzählt wurde, sollte sich auf die Suche nach den Comics machen.
Weitere bildgewaltige Comicwelten findet ihr auch in unserer Rook: Exodus Kritik und Empfehlung .
Unser Fazit
Die Revival Serie Deutschland ist ein echter Grund zur Freude. Die Vorlage gehört zu meinen liebsten Horrorcomics und bietet weit mehr als eine weitere Variation des bekannten Zombie-Themas.
„Revival“ verbindet Mordermittlung, Kleinstadt-Noir, Familiendrama und übernatürlichen Horror zu einer Geschichte, die gleichzeitig spannend, verstörend und überraschend menschlich sein kann.
Ob die TV-Serie sämtliche Qualitäten der Comics einfangen kann, muss sich natürlich zeigen. Die Besetzung, die Atmosphäre und das bislang gezeigte Material machen allerdings definitiv Lust auf mehr.
Vergesst „The Walking Dead“ also nicht vollständig. Das wäre etwas übertrieben. Schafft im Horrorkalender aber ruhig ein wenig Platz daneben. Die Toten von Wausau klopfen bereits an die Tür – und sie benehmen sich wesentlich höflicher, als einem lieb sein sollte.
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Quellen: Serienjunkies , SYFY , Image Comics und Cross Cult . Bildmaterial: SYFY, Lavivier Productions, Image Comics und Cross Cult. Persönliche Einordnung und Text: Comixdealer Magazin.
