Lanterns Episode 2 Kritik: Jetzt wird es endlich Green Lantern!
Die Lanterns Episode 2 Kritik lässt sich eigentlich mit einem einfachen Satz beginnen: Nach dem stark geerdeten Auftakt erinnert sich die Serie endlich daran, dass ihre beiden Ermittler verdammt noch mal Green Lanterns sind.
„Trust Fall“ behält den düsteren Kriminalfall in Nebraska bei, zieht gleichzeitig aber deutlich mehr DC-Mythologie ins Spiel.
John Stewart versucht zum ersten Mal richtig mit seinem Ring zu arbeiten.
Hal Jordan findet heraus, dass in Rushville offenbar gezielt nach Außerirdischen gesucht wird.
Die Manhunter werden eingeführt.
Und ganz am Ende sitzt plötzlich eine der wichtigsten Figuren der gesamten Green-Lantern-Geschichte vor uns: Sinestro.
Das hätte schnell zu viel werden können.
Teilweise ist es das sogar.
Denn Episode 2 muss erstaunlich viel erklären.
Trotzdem funktioniert „Lanterns“ für mich gerade deshalb immer besser, weil die Serie nicht mehr so tut, als müsse sie ihre Comic-Herkunft verstecken.
Folge 1 war „True Detective mit Power Ring“. Folge 2 beginnt endlich zu zeigen, warum genau dieser Power Ring verdammt wichtig ist.
Kurz eingeordnet
„Trust Fall“ baut den starken Auftakt sinnvoll aus. Hal und John funktionieren als ungleiches Duo weiterhin hervorragend, während der Fall in Rushville mit der Einführung der Manhunter plötzlich direkt mit der Geschichte des Green Lantern Corps verbunden wird. Besonders Johns ungewöhnliche Fähigkeiten und Sinestros Auftritt machen neugierig. Allerdings besitzt Episode 2 deutlich mehr Exposition als der Pilot. Nicht jede Erklärung sitzt elegant – dafür fühlt sich „Lanterns“ jetzt erstmals wirklich wie eine Green-Lantern-Serie an.
John Stewart kann nicht fliegen – und genau das gefällt mir
Die Episode startet herrlich unspektakulär.
Hal will John endlich das Fliegen beibringen.
Seine pädagogische Methode lautet ungefähr:
„Flieg.“
Natürlich funktioniert es nicht.
Und genau das mag ich an dieser Version von John Stewart.
Er bekommt einen der mächtigsten Gegenstände des Universums nicht in die Hand gedrückt und kann fünf Minuten später automatisch alles.
Hal ist ehemaliger Testpilot.
Für ihn fühlt sich Fliegen instinktiv an.
John dagegen besitzt diese Erfahrung nicht.
Der Ring reagiert auf Willenskraft und Vorstellungskraft – aber das bedeutet eben nicht, dass jede Anwendung sofort funktioniert.
Dann baut John etwas wesentlich Interessanteres:
Einen kleinen grünen Vogel.
Das allein wäre nicht außergewöhnlich.
Ein Green Lantern erschafft ein Konstrukt.
Willkommen bei Green Lantern.
Doch dann nimmt John den Ring ab.
Und der Vogel fliegt weiter.
Hal versucht den Moment herunterzuspielen, aber Kyle Chandlers Gesicht sagt eigentlich alles:
Das sollte nicht funktionieren.
Episode 2 stellt plötzlich eine ziemlich spannende Frage: Ist John Stewart einfach ein talentierter Green Lantern – oder ist mit ihm grundsätzlich etwas anders?
Gerade weil wir aus Episode 1 bereits wissen, dass John 2026 offenbar keinen Ring mehr trägt, bekommt diese Szene sofort eine zusätzliche Bedeutung.
Vielleicht ist der kleine Vogel nur eine nette Demonstration seiner besonderen Fähigkeiten.
Vielleicht ist er wesentlich wichtiger.
Und „Lanterns“ ist clever genug, darauf noch keine Antwort zu geben.
Hal Jordan verheimlicht inzwischen ziemlich viel
Auch Hal wird interessanter.
Denn sein Problem ist längst nicht mehr nur, dass er ein schlechter Mentor ist.
Er entscheidet ziemlich bewusst, welche Informationen John bekommt – und welche nicht.
John möchte nach den toten Außerirdischen eigentlich sofort die Guardians informieren.
Hal tut es nicht.
Als John dieses merkwürdige Konstrukt erzeugt, meldet Hal auch das nicht weiter.
Und je länger diese Geschichte läuft, desto stärker entsteht der Eindruck, dass Hal selbst dem Green Lantern Corps nicht mehr vollständig vertraut.
Vielleicht sogar aus gutem Grund.
Die Serie macht damit aus ihrem Veteranen keine strahlende Legende.
Dieser Hal hat offensichtlich Dinge gesehen.
Er kennt Geheimnisse.
Und er hat gelernt, dass eine Uniform noch lange nicht bedeutet, dass die Organisation dahinter immer recht hat.
John muss lernen, Hal zu vertrauen. Gleichzeitig gibt Hal ihm permanent neue Gründe, genau das lieber nicht zu tun.
Rushville wird immer merkwürdiger
Gleichzeitig treibt die Episode den eigentlichen Kriminalfall weiter.
Hal findet heraus, dass die vermeintlichen Metalldetektoren beim Footballstadion überhaupt keine normalen Metalldetektoren sind.
Sie erkennen Außerirdische.
Und sie führen direkt zurück zu William Macon.
Damit wird aus einem zunächst klassischen Mordfall endgültig eine Verschwörung.
Macon besitzt Technologie, die er eigentlich nicht besitzen dürfte.
Außerdem spricht er von einem geheimnisvollen „Benefactor“.
Irgendjemand versorgt diese Menschen mit Wissen und Technik.
Hal versucht deshalb, auf Macons Grundstück herumzuschnüffeln.
Die Aktion endet erwartungsgemäß hervorragend:
Er wird angeschossen.
Besonders schön finde ich danach die Krankenhausszene.
Hal wacht in einem klinisch sauberen Krankenhaus auf.
Nur ist dort praktisch niemand.
Keine Patienten.
Kaum Personal.
Eine komplette medizinische Infrastruktur – mitten in einer kleinen Stadt, in der offensichtlich irgendetwas überhaupt nicht stimmt.
Sheriff Kerry Kane bringt es ziemlich treffend auf den Punkt:
Rushville verliert den Verstand.
Die Manhunter sind genau die richtige Wahl für diese Serie
Dann wird John entführt.
Und hier kippt „Lanterns“ endgültig von Kleinstadt-Mystery in große DC-Mythologie.
Antaan und seine Leute gehören zu derselben außerirdischen Gruppe wie die Opfer aus Episode 1.
Sie waren nicht zufällig in Rushville.
Sie suchen nach einem Manhunter.
Und hier wird es spannend.
Denn die Manhunter gehören zu den ältesten und unangenehmsten Fehlern der Guardians.
Bevor es das Green Lantern Corps gab, versuchten die Guardians bereits einmal, eine universelle Polizeitruppe zu erschaffen.
Das Ergebnis waren synthetische Wesen, die Ordnung durchsetzen sollten.
Wie das bei künstlichen Polizeimaschinen mit absolutem Auftrag natürlich immer hervorragend funktioniert:
Es ging katastrophal schief.
Kurz erklärt: Die Manhunter
In den DC Comics waren die Manhunter der erste Versuch der Guardians, eine intergalaktische Polizeitruppe aufzubauen. Die Maschinen entwickelten sich jedoch zu einer tödlichen Bedrohung und wurden schließlich durch das Green Lantern Corps ersetzt. „Lanterns“ verändert Details dieser Mythologie, behält aber die entscheidende Idee: Die größten moralischen Instanzen des Corps haben einen gewaltigen Fehler begraben.
Für diese Serie ist das eine ziemlich geniale Wahl.
Denn „Lanterns“ handelt ohnehin von Polizisten.
Von Macht.
Von Regeln.
Von Organisationen, die behaupten, das Richtige zu tun.
Und jetzt basiert der zentrale Fall ausgerechnet auf einer Polizeitruppe, die von denselben Guardians geschaffen wurde und schrecklich versagt hat.
Das passt fast zu gut.
Das Grauen steckt möglicherweise einfach irgendwo in Rushville
Noch interessanter ist allerdings, was „Lanterns“ aus den Manhuntern macht.
Hier läuft nicht einfach ein silberner Roboter durch Nebraska.
Das gesuchte Wesen kann sich tarnen.
Es kann sich innerhalb einer Gesellschaft verstecken.
Technologie entwickeln, die eigentlich weit über deren Niveau liegt.
Und offenbar hat genau ein solches Wesen auf Antaans Heimatwelt einen Massenmord verursacht.
Ein Green Lantern versprach damals, den Manhunter zu beseitigen.
Offensichtlich ist das nicht passiert.
Jetzt sitzt das Ding angeblich irgendwo in Rushville.
Vielleicht kennen wir es sogar bereits.
Plötzlich kann praktisch jede Figur in Rushville der Manhunter sein – und damit bekommt das „True Detective“-Konzept einen echten Green-Lantern-Twist.
Genau solche Kombinationen wollte ich von dieser Serie sehen.
Nicht entweder Polizeidrama oder Comic.
Sondern einen Kriminalfall, der nur innerhalb der Green-Lantern-Mythologie funktionieren kann.
48 Stunden – dann wird halb Nebraska ausgelöscht
Antaan gibt John schließlich einen ziemlich motivierenden Auftrag.
Er soll den versteckten Manhunter finden.
Dafür bekommt er 48 Stunden.
Schafft er es nicht, wollen die Außerirdischen lieber einen beträchtlichen Teil der Umgebung vernichten, bevor der Manhunter entkommen kann.
Klingt drastisch.
Nach dem, was auf ihrer Heimatwelt passiert ist, versteht man allerdings zumindest, woher diese Panik kommt.
Interessanter ist Johns Reaktion.
Er soll Hal nichts davon erzählen.
Und tut genau das schließlich trotzdem.
Hier macht der Episodentitel „Trust Fall“ plötzlich richtig Sinn.
John entscheidet sich bewusst dafür, Hal zu vertrauen.
Nicht weil Hal dieses Vertrauen bisher besonders überzeugend verdient hätte.
Sondern weil John zu dem Schluss kommt, dass er diesen Fall nicht alleine lösen kann.
Das ist ein kleiner Moment.
Für ihre Beziehung ist er allerdings enorm wichtig.
Abin Sur könnte der Schlüssel zu allem sein
Hal und John kombinieren anschließend die bisherigen Informationen.
Wenn tatsächlich ein Manhunter in Rushville lebt und ein Green Lantern ihn ursprünglich hierhergebracht oder verfolgt hat, führt die Spur zwangsläufig zu Abin Sur.
Dem Lantern, dessen Tod überhaupt erst dafür sorgte, dass Hal seinen Ring bekam.
Damit verbindet die Serie Hals Ursprung plötzlich direkt mit dem aktuellen Fall.
Und möglicherweise mit einem Geheimnis, das wesentlich größer ist als ein paar tote Außerirdische auf einem Footballfeld.
Was genau Abin Sur wusste, bleibt offen.
Aber allein diese Verbindung gefällt mir sehr.
Denn Hals Origin wird dadurch nicht einfach noch einmal erzählt.
Sie wird nachträglich zum Bestandteil des Mysteriums.
Offizieller Trailer zu „Lanterns“. Video: HBO Max
⚠️ Ab hier Spoiler zum Ende von Episode 2
Wer „Trust Fall“ noch nicht gesehen hat, sollte hier lieber aussteigen.
Und dann bringt Lanterns endlich Sinestro
Der vielleicht schönste Moment der Folge kommt ganz zum Schluss.
Hal zieht endlich seinen Anzug an.
Er verlässt die Erde.
Und plötzlich sind wir da.
Im kosmischen Teil dieses Universums.
Hal besucht einen Gefangenen.
Seinen ehemaligen Mentor.
Thaal Sinestro.
Ulrich Thomsen bekommt zunächst überhaupt nicht viel zu tun.
Braucht er aber auch nicht.
Diese wenigen Minuten reichen vollkommen.
Sinestro sitzt im Gefängnis, nachdem er einen Putsch versucht und einen Guardian getötet hat.
Hal kommt trotzdem zu ihm.
Das allein erzählt bereits einiges über ihre Beziehung.
Dieser Mann war nicht einfach irgendein Kollege.
Er war Hals Mentor.
Vielleicht sogar eine Art Vaterfigur.
Und Hal weiß offensichtlich, dass Sinestro Dinge kennt, über die das Corps lieber schweigt.
Hal fragt Sinestro nach den Manhuntern. Sinestro interessiert sich stattdessen für John Stewart.
Und dann kommt dieser Satz.
Sinestro erklärt sinngemäß:
Sollte noch ein Manhunter existieren, wäre das aktuell nur die zweitgrößte Bedrohung, mit der Hal es zu tun hat.
Danach fragt er:
„Warum erzählst du mir nicht von John Stewart?“
Abspann.
Verdammt.
Was stimmt mit John Stewart nicht?
Damit wird der grüne Vogel vom Beginn der Episode plötzlich noch wichtiger.
Sinestro kennt offensichtlich etwas über John, das Hal nicht weiß.
Oder zumindest versteht er sofort, was Johns ungewöhnliche Fähigkeit bedeuten könnte.
Die Serie gibt uns gerade genug, damit die Theorien anlaufen können.
Kann John Konstrukte dauerhaft erschaffen?
Braucht er irgendwann überhaupt keinen Ring mehr?
Ist seine Verbindung zur grünen Energie grundsätzlich anders?
Und könnte genau das erklären, warum er zehn Jahre später keinen Ring trägt?
Ich hoffe nur, dass die Antwort nicht einfach lautet:
„John ist halt der mächtigste Green Lantern aller Zeiten.“
Das wäre mir zu einfach.
Wenn hinter seiner Fähigkeit jedoch ein größeres Geheimnis steckt, das mit den Guardians, den Manhuntern und vielleicht sogar Hals Tod zusammenhängt, kann daraus etwas richtig Spannendes werden.
Die größte Schwäche: Episode 2 erklärt verdammt viel
Ganz so elegant wie der Pilot ist „Trust Fall“ allerdings nicht.
Folge 1 konnte das Mystery zunächst einfach laufen lassen.
Episode 2 muss jetzt Begriffe definieren.
Manhunter.
Guardians.
Abin Sur.
Sinestro.
Johns Kräfte.
Hals Vergangenheit.
Dazu kommen Macon, der Benefactor, die Außerirdischen und die weiterhin offene Mordermittlung.
Das ist eine Menge Stoff für eine einzige Episode.
Entsprechend gibt es Szenen, in denen Figuren relativ deutlich Informationen austauschen, weil auch wir Zuschauer diese Informationen brauchen.
Das ist nicht katastrophal.
Allerdings fühlt sich Episode 2 dadurch etwas weniger natürlich an als der Pilot.
Mein kleiner Kritikpunkt
„Lanterns“ wird interessanter, je mehr Comic-Mythologie dazukommt. Gleichzeitig darf die Serie jetzt aufpassen, dass aus dem Krimi nicht plötzlich ein sehr teurer Wikipedia-Vortrag über das Green Lantern Corps wird.
Kyle Chandler und Aaron Pierre verkaufen weiterhin die ganze Serie
Was beide Episoden bisher zusammenhält, sind Chandler und Pierre.
Hal und John sind einfach gut zusammen.
Nicht im klassischen Buddy-Cop-Sinn, bei dem alle zwei Minuten ein vorbereiteter Spruch kommt.
Ihre Beziehung ist unangenehmer.
Hal provoziert John.
John hält lange dagegen.
Dann verliert er irgendwann doch die Geduld.
Und Hal freut sich darüber fast wie ein Kind, weil er endlich eine echte Reaktion aus seinem Schüler herausbekommen hat.
Gleichzeitig merkt man immer stärker, dass Hal John respektiert.
Er würde das nur vermutlich lieber sterben als offen zuzugeben.
Angesichts des Endes von Episode 1 ist diese Formulierung vielleicht etwas unglücklich.
Aber ihr wisst, was ich meine.
Ich möchte nicht nur wissen, wer der Manhunter ist.
Ich möchte inzwischen auch wissen, was zwischen Hal und John passiert.
Die Comixdealer-Wertung
Mein Fazit: Jetzt bin ich wirklich drin
Der Pilot hat mich mit seiner ungewöhnlichen Atmosphäre überrascht.
Episode 2 schafft jetzt etwas mindestens genauso Wichtiges:
Sie beweist, dass dieser geerdete Krimi tatsächlich mit der riesigen Green-Lantern-Mythologie zusammenpassen kann.
Johns Training macht Spaß, weil er eben nicht sofort alles beherrscht. Gleichzeitig wirft sein grüner Vogel ein richtig interessantes Rätsel auf.
Die Manhunter sind als zentrale Bedrohung eine hervorragende Wahl, weil sie direkt mit den Fehlern der Guardians verbunden sind und gleichzeitig perfekt in das Mystery-Konzept der Serie passen.
Dazu wird Rushville immer merkwürdiger, Hal verheimlicht offensichtlich mehr als genug und die Beziehung zwischen ihm und John funktioniert weiterhin hervorragend.
Einzig die Menge an Exposition fällt diesmal etwas stärker auf.
Aber dann sitzt am Ende plötzlich Sinestro im Gefängnis, schaut Hal an und macht innerhalb weniger Sätze klar, dass der Manhunter vielleicht überhaupt nicht unser größtes Problem ist.
Folge 1 hat mich neugierig gemacht. Folge 2 hat mich endgültig gehookt. Jetzt will ich wissen, wer in Rushville der Manhunter ist – und vor allem, was zum Teufel mit John Stewart los ist.
💬 Wer ist der Manhunter?
Macon? Der geheimnisvolle Benefactor? Eine Figur, die wir bereits gesehen haben und überhaupt nicht verdächtigen? Und was glaubt ihr steckt hinter Johns ungewöhnlicher Fähigkeit? Schreibt eure Theorien gerne in die Kommentare.
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