Spider-Man: Brand New Day knackt 1,67 Milliarden – das Superheldenkino lebt
Das Spider-Man Brand New Day Box Office entwickelt sich langsam zu einer dieser Geschichten, bei denen ich irgendwann nur noch ungläubig auf die Zahlen schaue. Nach gerade einmal zwei Wochenenden steht der neue Spider-Man weltweit bereits bei rund 1,67 Milliarden Dollar. Und ganz ehrlich: Damit hätte ich in dieser Größenordnung nicht gerechnet.
Dass „Spider-Man: Brand New Day“ erfolgreich werden würde, war natürlich keine gewagte Prognose. Schließlich reden wir hier über Spider-Man.
Aber so erfolgreich?
145 Millionen Dollar allein am zweiten Wochenende in Nordamerika, rund 655 Millionen nach zehn Tagen und weltweit bereits 1,67 Milliarden Dollar: Das ist nicht einfach ein erfolgreicher Superheldenfilm.
Das ist ein Monster.
Vielleicht ist das Superheldenkino doch nicht tot. Vielleicht waren die Leute einfach nur schlechte oder belanglose Superheldenfilme leid.
Kurz eingeordnet
„Spider-Man: Brand New Day“ steht nach zwei Wochenenden weltweit bereits bei rund 1,67 Milliarden Dollar. Mich freut dieser Erfolg, weil er zeigt, dass Superheldenkino weiterhin ein riesiges Publikum erreichen kann. Allerdings muss man die Zahlen einordnen: Spider-Man gehört gemeinsam mit Batman zu den wenigen Comicfiguren, die praktisch eine eigene Gewichtsklasse bilden. Trotzdem kommt dieser Erfolg für Marvel genau zum richtigen Zeitpunkt – denn mit „Avengers: Doomsday“ wartet bereits das nächste potenzielle Milliardenereignis.
Spider-Man Brand New Day Box Office: Diese Zahlen sind komplett irre
Schon das Startwochenende hatte deutlich gemacht, dass hier etwas Außergewöhnliches passiert.
„Brand New Day“ eröffnete weltweit mit rund 927 Millionen Dollar. Allein in Nordamerika waren es etwa 355 Millionen Dollar.
Damit lag der Film bereits zum Start in der Nähe einiger der größten Kinoereignisse aller Zeiten. Normalerweise folgt danach zumindest eine deutliche Abkühlung.
Bei Spider-Man gibt es die zwar ebenfalls – allerdings auf einem vollkommen anderen Niveau.
Box Office auf einen Blick
Spider-Man: Brand New Day
Das zweite Wochenende mit 145 Millionen Dollar ist das drittbeste zweite Wochenende der US-Kinogeschichte.
Noch beeindruckender finde ich allerdings die 655 Millionen Dollar nach zehn Tagen. Denn damit hat „Brand New Day“ in diesem Zeitraum sogar „Avengers: Endgame“ überholt.
Inzwischen wird deshalb ernsthaft darüber gesprochen, ob der Film nicht nur „Spider-Man: No Way Home“ überholen, sondern am Ende sogar die Marke von zwei Milliarden Dollar knacken könnte.
Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet
Ich gebe es gerne zu: Diese Dimension habe ich vor dem Kinostart nicht kommen sehen.
Dass der Film groß wird, war natürlich wahrscheinlich. Schließlich reden wir hier von Tom Hollands Spider-Man und damit von einer Figur, deren letzter Soloauftritt mit „No Way Home“ bereits ein gigantisches Kinoereignis war.
Allerdings hatte genau das auch ein Risiko.
„No Way Home“ war schließlich kein normaler Spider-Man-Film. Tobey Maguire, Andrew Garfield, Willem Dafoe und Alfred Molina machten daraus ein gigantisches Multiversums- und Nostalgieereignis.
Danach hätte „Brand New Day“ problemlos wie der kleinere Nachklapp wirken können.
Doch genau das Gegenteil ist passiert.
Und gerade deshalb finde ich diesen Erfolg so spannend: Der Film versucht nicht einfach, „No Way Home“ noch einmal größer zu machen. Stattdessen funktioniert offenbar genau der Weg zurück zu einem Spider-Man, der wieder stärker als Spider-Man erzählt wird.
Mich freut vor allem, dass das Superheldenkino noch lebt
Denn in den vergangenen Jahren wurde der Patient Superheldenfilm ungefähr alle drei Monate erneut für tot erklärt.
„Superhero Fatigue“, Marvel-Müdigkeit, zu viele Serien, zu viele Filme – und angeblich habe das Publikum inzwischen grundsätzlich genug von maskierten Helden.
Ganz so einfach war es meiner Meinung nach allerdings nie.
Natürlich gibt es Ermüdungserscheinungen. Wenn jedes Jahr gefühlt zehn miteinander verbundene Filme und Serien erscheinen, während die Qualität schwankt und man irgendwann Hausaufgaben machen muss, um überhaupt noch alle Figuren zu kennen, verliert ein Teil des Publikums zwangsläufig die Lust.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass niemand mehr Superhelden sehen will.
Vielleicht wollen die Menschen einfach nicht mehr jeden Superheldenfilm sehen.
Der Erfolg von „Brand New Day“ beweist deshalb für mich nicht, dass plötzlich wieder jeder Comicfilm funktioniert. Er zeigt vielmehr, dass das Publikum für den richtigen Comicfilm noch immer in Massen ins Kino geht.
Aber wir müssen ehrlich sein: Spider-Man ist einfach Spider-Man
Bei aller Freude über die Zahlen darf man nämlich nicht den nächsten Fehler machen und daraus ableiten, dass jetzt wieder jeder Superheldenfilm 1,5 Milliarden Dollar einspielen kann.
Nein.
Spider-Man ist eine Ausnahmeerscheinung.
Für mich gibt es aktuell nur sehr wenige Comicfiguren, die nahezu unabhängig vom größeren Universum eine derartige Zugkraft besitzen. Ganz vorne stehen dabei zwei Namen.
Diese Figuren sind inzwischen größer als die jeweiligen Filmuniversen, in denen sie stattfinden.
Batman funktioniert als Nolan-Krimi, als düsterer Matt-Reeves-Detektivfilm, als Comic, als Videospiel und irgendwann wahrscheinlich wieder als Teil eines großen DCU.
Ähnlich sieht es bei Spider-Man aus. Sam Raimi konnte mit ihm eine vollkommen andere Welt bauen als Marc Webb. Die MCU-Fassung funktioniert wiederum anders als beide Vorgänger, während „Spider-Verse“ noch einmal eine völlig eigene Interpretation geschaffen hat.
Spider-Man ist längst nicht mehr nur eine Marvel-Figur.
Er ist eine globale Popkulturmarke.
Trotzdem hätte Brand New Day auch scheitern können
Nur sollte man es sich mit dieser Erklärung wiederum nicht zu einfach machen.
Eine große Marke garantiert schließlich keinen Rekorderfolg. Auch Spider-Man kann enttäuschen – man muss nur daran erinnern, wie sehr „The Amazing Spider-Man 2“ damals die Pläne für dieses Universum ausgebremst hat.
Außerdem hätte „Brand New Day“ nach dem gigantischen Nostalgieereignis „No Way Home“ problemlos deutlich kleiner ausfallen können.
Genau deshalb finde ich diese Zahlen so bemerkenswert.
Der Film lebt nicht nur von der Marke Spider-Man. Sony und Marvel Studios haben offenbar erneut ein Ereignis geschaffen, bei dem sehr viele Menschen das Gefühl haben, jetzt ins Kino gehen zu müssen.
Ein Film darf heute nicht einfach nur existieren. Er muss sich wie ein Ereignis anfühlen.
Für das MCU könnte dieser Erfolg zum perfekten Zeitpunkt kommen
Und genau hier wird „Brand New Day“ für Marvel Studios besonders interessant.
Denn das MCU brauchte diesen Erfolg.
Nicht unbedingt finanziell als einzelnes Unternehmen – schließlich ist die Spider-Man-Filmwelt bekanntermaßen auch ein Sony-Geschäft. Für die Wahrnehmung der Marke Marvel ist ein derartiger Erfolg trotzdem Gold wert.
Nach Jahren, in denen permanent über Marvel-Müdigkeit, schwächere Filme und das Ende des großen MCU-Hypes diskutiert wurde, steht plötzlich wieder ein Marvel-Held bei 1,67 Milliarden Dollar.
Und als Nächstes wartet kein kleines Nebenprojekt.
Natürlich ist ein Milliardenhit niemals garantiert. Allerdings würde es mich inzwischen sehr überraschen, wenn „Doomsday“ diese Marke nicht schafft.
Marvel bringt die Avengers zurück, Doctor Doom steht im Mittelpunkt, die Fantastic Four spielen eine Rolle und auch die X-Men gehören inzwischen zum großen Aufgebot.
Dazu kommt jetzt das Momentum von Spider-Man.
Wenn Marvel diesen Schwung vernünftig nutzt, könnte „Brand New Day“ rückblickend tatsächlich der Film sein, der den Übergang von der schwierigen MCU-Phase zurück zu echten Eventfilmen markiert.
Vielleicht gab es nie eine Superheldenmüdigkeit – sondern eine Mittelmaßmüdigkeit
Je länger ich darüber nachdenke, desto interessanter finde ich deshalb die ganze Diskussion über „Superhero Fatigue“.
Natürlich existiert eine gewisse Übersättigung. Das lässt sich schwer bestreiten.
Aber vielleicht wurde daraus jahrelang die falsche Schlussfolgerung gezogen.
Wenn ein Superheldenfilm floppt, heißt es sofort: „Das Publikum hat genug von Superhelden.“
Wenn dagegen ein schlechter Western floppt, erklärt niemand plötzlich das komplette Western-Genre für tot.
Vielleicht hat das Publikum einfach gelernt, stärker auszuwählen.
Ein durchschnittlicher Comicfilm mit einer Figur, zu der kaum jemand eine emotionale Verbindung besitzt, bekommt heute eben keinen automatischen Freifahrtschein mehr.
Ein echter Eventfilm dagegen? Ein neuer Batman? Spider-Man? Avengers?
Wenn das Material stimmt und die Leute wirklich neugierig sind, ist das Interesse offensichtlich noch immer gigantisch.
Vielleicht sind die Zuschauer nicht superheldenmüde.
Vielleicht sind sie einfach mittelmaßmüde.
Mein Fazit: Diese Zahlen sind gut für mehr als nur Spider-Man
Dass „Spider-Man: Brand New Day“ ein Erfolg wird, hatte ich erwartet.
Mit 1,67 Milliarden Dollar nach gerade einmal zwei Wochenenden habe ich allerdings wirklich nicht gerechnet.
Und ja: Das freut mich. Vor allem deshalb, weil diese Zahlen zeigen, dass großes Superheldenkino weiterhin Menschen ins Kino bringen kann.
Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass Spider-Man gemeinsam mit Batman in einer besonderen Liga spielt. Beide Figuren besitzen eine Popularität, die weit über irgendein aktuelles Filmuniversum hinausgeht.
Trotzdem hätte auch „Brand New Day“ nach „No Way Home“ deutlich kleiner ausfallen können.
Ist er aber nicht.
Stattdessen erlebt Marvel gerade genau den Erfolg, den das MCU vor „Avengers: Doomsday“ gebrauchen konnte.
Das Superheldenkino ist nicht tot. Es reicht nur nicht mehr, irgendeinen Superhelden auf ein Poster zu kleben und 200 Millionen Dollar reinzupumpen. Die Leute wollen wieder Filme sehen, die sich nach einem Ereignis anfühlen.
💬 Wie seht ihr das?
Habt ihr mit einem derart gigantischen Erfolg von „Spider-Man: Brand New Day“ gerechnet? Zeigen die Zahlen für euch, dass das Superheldenkino wieder Fahrt aufnimmt – oder ist Spider-Man schlicht eine Ausnahme, die man nicht auf Marvel und DC insgesamt übertragen kann? Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare.
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