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Terminal #1 ausverkauft: Robert Kirkmans neuer Superhelden-Comic muss sofort nachgedruckt werden

COMICS · NEWS · US-MARKT

Die Terminal #1 zweite Auflage ist offiziell unterwegs. Robert Kirkmans neuer Superhelden-Comic ist auf dem US-Markt offenbar so schnell aus den Regalen verschwunden, dass Image Comics und Skybound bereits wenige Tage nach Veröffentlichung den Nachdruck anschmeißen mussten.

Rund 300.000 Exemplare soll die erste Ausgabe verkauft haben. Für einen völlig neuen Superhelden-Comic mit unbekannten Figuren ist das eine Hausnummer, bei der selbst Batman kurz überprüft, ob Wayne Enterprises nicht versehentlich ein paar Paletten bestellt hat.

300.000 Exemplare und direkt ausverkauft
Laut Robert Kirkman war „Terminal“ #1 der bislang größte Start einer neuen Originalserie in seiner Karriere. Die zweite US-Auflage erscheint am 26. August 2026 mit zwei neuen Covern.

Terminal #1 zweite Auflage: Zwei neue Cover für den Nachdruck

Für die zweite Auflage hat Skybound den Zeichner Rick Leonardi an Bord geholt. Leonardi ist unter anderem für seine Arbeiten an „Spider-Man 2099“, „Nightwing“, „Cloak and Dagger“ und verschiedenen Batman-Comics bekannt.

Gemeinsam mit Kolorist Neeraj Menon liefert er zwei neue Titelbilder. Cover A trägt die Bezeichnung „Activator Variant“ und zeigt einen ziemlich schwer bewaffneten Herrn, bei dem „friedliche Konfliktlösung“ offenbar nicht im persönlichen Skilltree freigeschaltet wurde.

Cover B hört auf den Namen „The Awoken Variant“ und präsentiert eines jener Kreaturendesigns, bei denen man sofort erkennt: Dieses Tier möchte weder gestreichelt noch mit einem kleinen Leckerli beruhigt werden.

Terminal #1 zweite Auflage – Activator Variant von Rick Leonardi
Cover A: „Activator Variant“ von Rick Leonardi und Neeraj Menon.
Terminal #1 zweite Auflage – The Awoken Variant von Rick Leonardi
Cover B: „The Awoken Variant“ von Rick Leonardi und Neeraj Menon.

Coverabbildungen: Image Comics / Skybound.

Was ist „Terminal“ überhaupt?

„Terminal“ ist die neue Superheldenserie von Robert Kirkman und Joe Casey. Kirkman kehrt damit erstmals seit „Invincible“ wieder zu einer von ihm selbst geschaffenen Superheldenwelt zurück.

Und weil man einen solchen Neustart selbstverständlich möglichst unauffällig angeht, wurden gleich Andy Kubert, David Finch und Arthur Adams für das Projekt zusammengerufen. Dazu kommen Kolorist Dave McCaig und Letterer Rus Wooton.

Das ist ungefähr die Comicversion davon, einen kleinen Grillabend zu planen und anschließend festzustellen, dass Spielberg, Scorsese und Christopher Nolan hinter dem Grill stehen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein geheimer Krieg zwischen zwei gewalttätigen Gruppen mit übermenschlichen Fähigkeiten. Klassische Helden und eindeutige Schurken scheint es dabei nicht zu geben. Beide Seiten bewegen sich irgendwo in jener moralischen Grauzone, in der normalerweise nur Antihelden, Geheimdienste und Leute wohnen, die bei Monopoly die Bank verwalten.

Marilyn Howe gerät mitten in diesen Konflikt, als sie nach ihrer verschwundenen Schwester Alessandra sucht. Dabei erfährt sie, dass übermenschliche Fähigkeiten durch das Entschlüsseln und Verändern des eigenen genetischen Codes freigesetzt werden können.

Das klingt zunächst praktisch. Der kleine Haken: Wer diese Macht erlangen möchte, muss offenbar alles aufgeben, was er bislang über sich selbst wusste – vorausgesetzt, er überlebt den Vorgang überhaupt.

Kirkman verspricht keine Kuscheldecke

Image Comics bewirbt „Terminal“ als besonders gewalttätige und unberechenbare Superheldenserie für Fans von „Invincible“ und klassischen X-Men-Geschichten. Die Altersfreigabe lautet entsprechend „Mature Readers“. Tante May sollte das Heft also besser nicht versehentlich zwischen ihre Kreuzworträtsel legen.

300.000 Exemplare – aber mit einer kleinen Fußnote

Robert Kirkman erklärte während der San Diego Comic-Con, dass die erste Ausgabe rund 300.000 Exemplare erreicht habe. Damit sei „Terminal“ der größte Start einer neuen Originalserie in seiner bisherigen Karriere.

Das ist beeindruckend. Trotzdem gehört zur vollständigen Einordnung auch, dass „Terminal“ #1 mit einer ganzen Batterie unterschiedlicher Variant-Cover und sogenannten Blind Bags veröffentlicht wurde.

In diesen verschlossenen Tüten konnten sich verschiedene reguläre, seltene oder überraschende Varianten befinden. Comic-Sammler lieben solche Aktionen, weil sie Spannung erzeugen. Händler lieben sie, weil mehrere Exemplare bestellt werden. Geldbeutel betrachten die Angelegenheit erfahrungsgemäß etwas nüchterner.

Kirkman selbst räumte ein, dass das Blind-Bag-Programm den Verkauf unterstützt habe. Selbst unter Berücksichtigung dieses Sammlerfaktors bleiben 300.000 Exemplare für eine neue Serie ohne bekannte Filmfiguren oder jahrzehntelange Vorgeschichte bemerkenswert.

Kirkman hatte nach eigener Aussage bereits mit mehr als 100.000 Exemplaren gerechnet und wäre damit zufrieden gewesen. Die tatsächliche Zahl fiel ungefähr dreimal so hoch aus. Manchmal funktioniert Größenwahn eben doch – zumindest, wenn Andy Kubert die Seiten zeichnet.

Die zweite Auflage erscheint im August – aber bislang nur in den USA

Die Terminal #1 zweite Auflage soll am 26. August 2026 in amerikanischen Comicshops erscheinen. Der Preis bleibt bei 4,99 US-Dollar.

Dabei handelt es sich ausdrücklich um die englischsprachige US-Ausgabe von Image Comics und Skybound. Ein deutscher Veröffentlichungstermin wurde bislang nicht bekannt gegeben.

Es ist durchaus vorstellbar, dass sich ein deutscher Verlag die Rechte sichert. Robert Kirkmans Name, die Verbindung zu „Invincible“ und das hochkarätige Zeichnerteam dürften jedenfalls ausreichend Argumente liefern.

Trotzdem gilt: Noch ist nichts bestätigt. Wer bereits einen deutschen Hardcover-Sammelband mit drei Variant-Covern und nummeriertem Krähenleder-Schuber bestellt hat, war möglicherweise etwas voreilig.

ERSTAUFLAGE
22. Juli 2026
US-Veröffentlichung
NACHDRUCK
26. August 2026
zwei neue Cover
UMFANG
40 Seiten
englische Originalausgabe
DEUTSCHE AUSGABE
Noch offen
bislang nicht angekündigt

Warum der Erfolg für den Comicmarkt interessant ist

Neue Superhelden haben es nicht leicht. Batman, Spider-Man und die X-Men betreten einen Laden und verkaufen sich praktisch bereits durch ihre Logos. Eine neue Serie muss dem Publikum dagegen erst erklären, wer diese Leute sind und warum irgendjemand fünf Dollar für sie ausgeben sollte.

Der Erfolg von „Terminal“ zeigt, dass im US-Markt weiterhin Platz für neue Figuren besteht – vorausgesetzt, das Kreativteam besitzt genügend Zugkraft und der Verlag behandelt den Start tatsächlich wie ein Ereignis.

Kirkman hat mit „The Walking Dead“ und „Invincible“ bereits bewiesen, dass aus zunächst überschaubaren Comicserien gewaltige Marken entstehen können. Ob „Terminal“ denselben Weg nimmt, lässt sich nach einer Ausgabe natürlich noch nicht sagen.

Aber 300.000 Exemplare, ein sofortiger Nachdruck und ein Verlag, der bereits weitere Leonardi-Cover für mögliche spätere Auflagen ankündigt, sind zumindest kein schlechter Anfang.

Passend dazu findet ihr in unserer Rook: Exodus Kritik eine weitere neue Science-Fiction-Comicwelt mit ordentlich Action und ausgesprochen fragwürdigen Überlebenschancen.

Unser Fazit

Die Terminal #1 zweite Auflage beweist vor allem, dass Robert Kirkmans Name noch immer ordentlich Gewicht besitzt. Dazu kommt ein Kreativteam, für das andere Verlage vermutlich erst mehrere Excel-Tabellen und anschließend einen kleinen Kredit benötigen würden.

Die 300.000 Exemplare wurden sicherlich durch Variant-Cover, Blind Bags und Sammlerbestellungen unterstützt. Das macht den Erfolg aber nicht bedeutungslos. Ein vollkommen neues Superheldenuniversum muss diese Aufmerksamkeit schließlich trotzdem erst einmal erzeugen.

Ob „Terminal“ tatsächlich das nächste „Invincible“ wird, entscheidet nicht der Verkauf der ersten Ausgabe, sondern die Frage, ob die Leser auch bei Ausgabe 5, 10 und 25 noch dabei sind.

Der Start ist jedenfalls geglückt. In den USA wird bereits nachgedruckt, während deutsche Leser weiterhin höflich am Fenster stehen und darauf warten, dass irgendein Verlag endlich das Licht anmacht.

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Quellen: CBR , Image Comics und The Beat . Coverabbildungen: Image Comics / Skybound. Einordnung und Text: Comixdealer Magazin.

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