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Wonder Man abgesetzt: Disney bestellt Staffel 2 – und rudert vier Monate später zurück…

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„Wonder Man“ abgesetzt – und das, obwohl Disney+ im März 2026 noch eine zweite Staffel bestellt hatte. Vier Monate später wurde die Verlängerung wieder einkassiert. Kein neuer Dreh, kein Writers’ Room und vermutlich auch kein höflicher Präsentkorb für die Fans.

Damit endet ausgerechnet eine der ungewöhnlicheren und besser aufgenommenen Marvel-Serien nach nur acht Episoden. Offenbar war selbst eine Emmy-Nominierung nicht genug, um Disneys Mausfinger vom großen roten Absetzen-Knopf fernzuhalten.

Wonder Man abgesetzt – Ben Kingsley und Yahya Abdul-Mateen II in der Marvel-Serie
Trevor Slattery und Simon Williams wollten Hollywood erobern. Disney hatte offenbar andere Pläne. Bild: Marvel Television / Disney+
Verlängert, vergessen, abgesetzt
Disney+ kündigte Staffel 2 im März 2026 an. Ende Juli folgte die Kehrtwende. Laut Medienberichten wurde für die neuen Folgen nicht einmal ein Writers’ Room eröffnet.

Wonder Man abgesetzt: Disney macht die Rolle rückwärts

Normalerweise bedeutet die Bestellung einer zweiten Staffel ungefähr: Es soll eine zweite Staffel geben. Bei Disney heißt es inzwischen offenbar eher: „Wir schauen mal, ob wir uns nächste Woche noch daran erinnern.“

Im März hatte Disney+ die Fortsetzung von „Wonder Man“ noch offiziell in Aussicht gestellt. Ende Juli wurde diese Entscheidung wieder zurückgenommen. Die Autoren seien inzwischen aus ihren Verträgen entlassen worden und könnten sich nach anderen Projekten umsehen.

Besonders weit scheint die Produktion ohnehin nicht gekommen zu sein. Ein Writers’ Room, in dem die Geschichten und Drehbücher der neuen Staffel entwickelt worden wären, wurde Berichten zufolge nie eröffnet.

Eine konkrete Begründung für die Kehrtwende wurde bislang nicht veröffentlicht. Deshalb sollte man auch nicht so tun, als kenne man plötzlich Disneys geheime Streaming-Zahlen, Budgets und Excel-Tabellen. Fest steht lediglich: Die Fortsetzung wurde angekündigt – und anschließend wieder beerdigt, bevor sie richtig leben durfte.

Was war „Wonder Man“ überhaupt?

„Wonder Man“ erzählte nicht die übliche Geschichte vom nächsten muskulösen Weltenretter, der einen Lichtstrahl am Himmel stoppen muss. Im Mittelpunkt stand Simon Williams, gespielt von Yahya Abdul-Mateen II.

Simon ist ein erfolgloser Schauspieler, der endlich in Hollywood durchstarten möchte. Seine große Chance scheint gekommen, als der legendäre Regisseur Von Kovak ein Remake des fiktiven Superheldenfilms „Wonder Man“ vorbereitet.

Das Problem: Simon verfügt tatsächlich über Superkräfte. Und weil übermenschlich begabte Personen in dieser Version Hollywoods nicht einfach als Schauspieler arbeiten dürfen, muss er seine Fähigkeiten geheim halten. So etwas erschwert Vorsprechen offenbar noch stärker als ein schlechter Monolog und fehlende Beziehungen zum Produzenten.

Unterstützung bekommt Simon von Trevor Slattery. Ben Kingsley kehrte damit erneut als jener glücklose Schauspieler zurück, der einst in „Iron Man 3“ glaubte, als falscher Mandarin eine ziemlich elegante Karriereentscheidung getroffen zu haben.

Simon Williams und Trevor Slattery in Wonder Man auf Disney Plus
Hollywood-Verhandlung auf Motorhauben-Niveau. Bild: Marvel Television / Disney+

Der offizielle Trailer zu „Wonder Man“

Wer die Serie bisher übersehen hat, kann sich im offiziellen Trailer einen Eindruck verschaffen. Statt permanentem CGI-Gewitter setzte „Wonder Man“ stärker auf Figuren, Dialoge und eine satirische Betrachtung der Unterhaltungsindustrie.

Ausgerechnet eine der frischeren Marvel-Ideen

Dass „Wonder Man“ abgesetzt wurde, ist vor allem deshalb ärgerlich, weil die Serie nicht einfach die nächste Fließbandverlängerung des MCU war. Sie funktionierte als Hollywood-Satire, Charakterkomödie und Superheldengeschichte – ungefähr in dieser Reihenfolge.

Die Kräfte von Simon Williams standen nicht ständig im Mittelpunkt. Stattdessen ging es um Schauspielerei, Selbstzweifel, Freundschaft, Eitelkeiten und die Frage, wie viele absurde Entscheidungen eine Filmproduktion treffen kann, bevor sie versehentlich wieder interessant wird.

Gerade diese ungewöhnliche Ausrichtung sorgte dafür, dass die Serie auch Zuschauer erreichen konnte, die beim Wort „MCU-Phase“ inzwischen reflexartig nach einem erklärenden YouTube-Video und einer Packung Kopfschmerztabletten suchen.

Das besonders Seltsame daran

Yahya Abdul-Mateen II erhielt für seine Darstellung eine Emmy-Nominierung als bester Hauptdarsteller in einer Comedyserie. Disney reagierte auf diese seltene Anerkennung für eine Marvel-Produktion offenbar mit dem Klassiker: Herzlichen Glückwunsch – deine Serie ist weg.

Yahya Abdul-Mateen II nimmt es erstaunlich gelassen

Hauptdarsteller Yahya Abdul-Mateen II bestätigte die Nachricht anschließend selbst auf Instagram. Statt öffentlich einen Infinity-Handschuh gegen die Bürowand zu werfen, bedankte er sich bei den Zuschauern, die die Serie gesehen, genossen und weiterempfohlen hatten.

Für ihn habe die Serie funktioniert – und genau das sei der wichtigste Punkt. Seine Botschaft beendete er mit einem Hinweis auf die bevorstehenden Emmys. Das ist eine ziemlich elegante Reaktion auf eine Entscheidung, bei der andere vermutlich erst einmal zehn sehr lange Sprachnachrichten aufgenommen hätten.

Yahya Abdul-Mateen II als Simon Williams in Wonder Man
Yahya Abdul-Mateen II als Simon Williams – Emmy-nominiert, aber trotzdem ohne zweite Staffel. Bild: Marvel Television / Disney+

Ist Wonder Man damit vollständig aus dem MCU verschwunden?

Nicht unbedingt. Das Ende der Serie bedeutet nicht automatisch, dass Simon Williams und Trevor Slattery nie wieder auftauchen dürfen. Gerade Marvel verschiebt Figuren gerne in andere Filme oder Serien, wenn ihre eigene Produktion keine Fortsetzung erhält.

Simon Williams besitzt in den Comics enge Verbindungen zu den Avengers, Vision, Scarlet Witch und seinem Bruder Eric Williams. Material für weitere Auftritte wäre also reichlich vorhanden.

Trevor Slattery hat ohnehin bereits bewiesen, dass er sich nicht so leicht aus dem MCU vertreiben lässt. Seit „Iron Man 3“ taucht er regelmäßig dann wieder auf, wenn niemand ernsthaft damit gerechnet hat. Vermutlich sitzt er schon jetzt irgendwo in einem Wohnwagen und wartet auf „Shang-Chi 2“.

Der Co-Schöpfer und Regisseur der Serie, Destin Daniel Cretton, bleibt Marvel ebenfalls erhalten. Er inszenierte zuletzt „Spider-Man: Brand New Day“. Unsere ausführliche Einschätzung zum Film findet ihr in der Spider-Man: Brand New Day Kritik .

STAFFELN
1
Staffel 2 wurde gestrichen
EPISODEN
8
komplett auf Disney+
HAUPTDARSTELLER
Yahya Abdul-Mateen II
Emmy-nominiert
STATUS
Abgesetzt
trotz vorheriger Verlängerung

Unser Fazit

Dass „Wonder Man“ abgesetzt wurde, ist kein Weltuntergang. Es ist aber ein weiteres Beispiel dafür, wie schwer Streamingdienste inzwischen einzuschätzen sind. Selbst eine offizielle Verlängerung scheint nur noch ungefähr so verbindlich zu sein wie ein Kinostarttermin während einer Pandemie.

Besonders schade ist, dass es diesmal keine austauschbare Marvel-Nebenserie getroffen hat, sondern ein Format mit eigener Stimme, guten Darstellern und einer Idee, die tatsächlich einmal nicht nach „bekannte Figur trifft digitales Monster im Finale“ klang.

Vielleicht kehrt Simon Williams irgendwann in einem anderen MCU-Projekt zurück. Bis dahin bleibt „Wonder Man“ eine kleine, ungewöhnliche Marvel-Serie, die für acht Episoden bewiesen hat, dass dieses Universum auch ohne Dauerexplosionen funktionieren kann.

Disney hatte Staffel 2 bestellt, sie vier Monate später wieder abbestellt und damit vermutlich selbst Trevor Slattery verwirrt. Das muss man erst einmal schaffen.

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Quellen: Filmstarts , Entertainment Weekly und Disney+ . Bildmaterial: Marvel Television / Disney+. Einordnung und Text: Comixdealer Magazin.

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